Reinoldimahl

Reinoldimahl

Zum traditionellen Reinoldimahl in der Bürgerhalle des neuen Rathauses ist im Extrablatt der Ruhr Nachrichten vom 11. November 2004 Folgendes zu lesen:

Das Reinoldimahl ist Tradition. Es führt im Mai Gildner und Gäste in der Bürgerhalle des Rathauses zu spannenden Vorträgen und interessanten Tischgesprächen zusammen. Und es kitzelt Gaumen und Zunge.

Die meisten Teilnehmer des Mahls sind der plattdeutschen Sprache kaum kundig, sehen die Speisenkarte wohl als „Zungenbrecher“ an. Zugelangt wird trotzdem, dank der Kunst der Köche, die die westfälische Küche perfekt beherrschen. So freuen sich Eingeweihte auf:

Schwattbraut met Griewenschmolt, Rindfläischsoppe met Kreitergesoaten, Düörpm’scher Piäpper Potthast mit Solt-Ärappl und Sure Bielage sowie Broatappel met Fanillgensoße.

Neulinge sollten übrigens nicht vorschnell Platz nehmen. Zwei Gongschläge, der Bergbauseilfahrt entlehnt, rufen zu Tisch. Platz zu nehmen ist nach weiteren vier Gongschlägen erlaubt.

Wer dann genauer wissen möchte, was er isst, halte sich an diese Übersetzung: Schwarzbrot mit Griebenschmalz, Rindfleischbrühe mit Kräutern, Pfefferpotthast mit Salzkartoffeln und saurer Beilage, Bratapfel mit Vanillesause.

Zugelangt werden kann auch und vor allem dank der Großzügigkeit der Sponsoren, die für den Genuss bei der Festveranstaltung sorgen. Sparkasse und Banken, das Casino Hohensyburg, der Unternehmensverband der Metallindustrie, VEW und andere Organisationen finanzieren das Mahl. Aber auch Dortmunder Bürger tragen als Hauptsponsoren zum Gelingen bei, darunter Dr. Heinrich Lessmann, Dipl.-Ing. Jörg Ulbrich und Dipl.-Ing. Franz-Gustav Schlüter.

Übrigens dürfte das Reinoldimahl das einzige Mahl sein, bei dem die Kellner mit an den runden 8er-Tischen sitzen. Kenner wissen natürlich, warum: Als Kellner bezeichnet die Reinoldigilde ihre Kassenprüfer.

Die Reinoldigilde lädt zu ihrem jährlichen Reinoldimahl Gäste von auswärts ein, um die Vorzüge der Stadt vorzustellen. Sie will aber auch über den Tellerrand blicken – und bittet deshalb Festredner zum Mahl, die etwas zu sagen haben.

„Die Redner, die meine Vorgänger gewinnen konnten, waren bekannte Persönlichkeiten, wie der damalige Ministerpräsident Dr. Johannes Rau, der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher oder der Chef der Gauck-Behörde, Dr. Joachim Gauck. Dass sie zu uns kamen, ist als Auszeichnung für die Stadt zu verstehen“, betont Obermeister Dr. Lutz Aderhold.

In der illustren Rednerliste finden sich Ruhr-Bischof Dr. Franz Hengsbach und Friedenpreisträger Prof. Dr. Alfred Grosser, seine Kaiserliche Hoheit Dr. Otto von Habsburg und Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama.

„Ich habe großen Respekt vor der Leistung meiner Vorgänger“, so Dr. Aderhold, der die Reihe bekannter Namen in seiner Amtszeit gern verlängern möchte.

„Aber wir wollen auch Festredner gewinnen, die etwas zu sagen haben zu Themen, die uns beschäftigen. Es sollen auch brisante Themen aufgegriffen werden“, ist eine der Vorgaben, die sich der Obermeister selbst für die nächsten Jahre gestellt hat.