Heute

Das Wirken der Reinoldigilde ist anlässlich der Jubiläumsfeier zum 750. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung in allen Dortmunder Printmedien ausführlich gewürdigt worden. In der WAZ vom 11. November 2004 kann der geneigte Leser z. B. Folgendes nachlesen:

Für die Restaurierung des Steinernen Turmes aus dem 14. Jahrhundert an der Westfalenhalle stiftete die Gilde über 38.000 €, für die Informationsstele in der Berswordthalle 51.000 €. Für das Regenwaldhaus flossen 50.000 € an die Zoo-Freunde.

„Die Gilde will die gesellschaftliche und wirtschaftliche Kraft der Stadt herausstellen, bürgerfreundliche Ziele unterstützen und sich einzelnen gemeindlichen Zwecken widmen“, erklärt Thieler. Das Geld zur Umsetzung dieser Ziele bezieht die Gilde einerseits aus den Zuwendungen ihrer Mitglieder – Collationen genannt, die sich auf ca. 300 € belaufen, und zweitens aus Spenden von den Gästen und Gildnern beim Reinoldimahl. Wer zu „Düörpm’scher Piäpper Potthast“ und den Festreden von Persönlichkeiten wie der Kaiserlichen Hoheit Dr. Otto von Habsburg, Dr. Joachim Gauck, Dr. Hans Tietmeyer und Dr. Johannes Rau eingeladen wird, wurde von einem Gildner empfohlen.

Eine Empfehlung, die Folgen haben kann – denn dabei muss auch gleich mitgeteilt werden, ob der gewünschte Gast spendet und der Gildner das für ihn übernehmen wird. „Auch dadurch wird unsere Grundeinstellung deutlich: Der Gildner muss ein Gewinn für die Gilde sein – nicht umgekehrt.“

Deshalb gibt es auch keine Schüler oder Studenten in der Gilde. Die Jüngsten sind Anfang 30. „Wir legen Wert darauf, dass sich die Gildner im Berufsleben etabliert haben“, erklärt Thieler. Ein Drittel der Gildner ist über 65 Jahre alt – was den Richtemann wenig begeistert: „Die Gilde braucht unbedingt Verjüngung, daran müssen wir arbeiten.“

Doch gleichgültig, wieviele junge Leute – oder gar Frauen – in den nächsten Jahren die Gilde verstärken und vielleicht auch verändern – immer fühlt sich die Reinoldigilde getreu dem alten Amtseid der Ratsherren von Dortmund verpflichtet, das Wohl der Stadt und ihrer Bürgerschaft zu mehren:

„Dat y dat Recht von Dortmunde helpen hoeden unde wahren also vele alse y des mit owen vyf sinnen begripen kunnen unde den raet hel halden dat y god also helpe und al hilgen.“