Geschichte und Ziele

Schon im Mittelalter prägte die Reinoldigilde die Stadt. Die genaue Entstehungsgeschichte der bedeutendsten Gemeinschaft der Stadt liegt im Dunkel des Mittelalters. In der ältesten bekannten Stadtrechtsaufzeichnung von 1254 ist sie bereits erwähnt.

Groß- und Fernhändler, vornehmlich aus dem Wein- und Tuchhandel, bildeten im Mittelalter die älteste Gildner-Gemeinschaft der Stadt und stellten zunächst allein die Mitglieder des Rates.

Die herausragende Stellung der Reinoldigilde belegten nicht nur die Namen der wohlhabenden Familien, sondern auch die Bußen, die denjenigen drohten, die einen Gildner körperlichen Schaden zufügten: Wurde jemand bei einer Auseinandersetzung verletzt, z.B. durch eine Blauwunde (Prellung mit Bluterguss), so musste der Delinquent eine halbe Mark zum Mauerbau der Stadt, je zwei Schilling dem Rat und dem Richter sowie drei Schilling dem Verletzten zahlen. Die Strafe konnte einen Handwerker schon ruinieren. Wurde ein Reinoldigildner verletzt, musste der Täter außerdem ein Ohm Wein (150 Liter) an den Rat zahlen.

1260 begehrten die Handwerker auf, die in Zünften organisiert waren. Sie erreichten, dass sie in den Wahlausschuss aufgenommen wurden, der aus den Genossen der Reinoldigilde den Rat bestimmte.

Bis etwa 1340 finden sich Aufzeichnungen zur Reinoldigilde, deren Mitglieder als Händler hochwertiger Ware in London und Brügge in hohem Ansehen standen. Danach wird es still um die Gilde – sie findet keine Erwähnung mehr in den historischen Unterlagen.

(Quelle: Ruhr Nachrichten Extra vom 11. November 2004)

Der Heilige Reinoldus ist Dortmunds Patron. Seine Statue findet sich u. a. in der Reinoldikirche. Die Figur ist aus Holz und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Ebenso wie die Entstehungsgeschichte der Reinoldigilde liegt auch die Lebensgeschichte des Reinoldus weitgehend im Dunkel. Die Reinoldikirche selbst wird erstmals unter diesem Namen im Jahre 1262 urkundlich genannt. Errichtet wurde sie zwischen 1250 und 1275. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich allerdings die Fundamente einer Vorgängerkirche, die nach archäologischen Forschungen auf die Zeit 953 – 965 schließen lassen. Sie enthielt bereits eine Krypta als Grablage für einen Heiligen. Das lässt die Vermutung zu, dass Reinoldus bereits im 10. Jahrhundert in Dortmund verehrt wurde.

(Quelle: Ruhr Nachrichten Sonderdruck vom 08. Mai 1998)