Reinoldimahl 2009
Eine Abrechnung, die Verteidigung bürgerlicher Werte und eine Abhandlung über den deutschen Durst: Es war durchaus ein Abend der offenen Worte, an dem am Freitag etwa 300 Gildner und Gäste beim Reinoldimahl im Rathaus teilnahmen.
Der Abend begann mit einer netten Neuerung: Erstmals begrüßte ein Obermeister Gildnerinnen und Gildner, hatte man doch im Januar 21 Jahre nach der Wiederbelebung der Reinoldigilde sechs Frauen aufgenommen und so, meinte Reinhold Semer, „einen Zustand, der den Geist der Reinoldigilde nicht widerspiegelte, beendet”.
Den Geist der Zeit ließ Semer durch den Saal ziehen, indem er „die Krise” zum Anlass nahm, um Kritik zu üben. An Landesbanken die sich als „Global Player” aufspielten, an einer Ökonomie, die die Politik stark unter Druck setzt, an Hilfsprogrammen wie der Abwrackprämie. „Helfen die pauschalen Förderungen wirklich?”, fragte er. Die Frage sei zudem, ob die politischen Kontrolleure aus der Krise etwas gelernt hätten - er hatte den Eindruck wohl nicht.
OB Langemeyer fordert TÜV für die Finanzpolitik OB Langemeyer nahm die Politik in Schutz. Sie beweise durch Konjunkturprogramme Handlungsfähigkeit, müsse aber auch dafür sorgen, „dass ein TÜV für die Finanzwirtschaft eingezogen wird”. Er lokalisierte: „Wichtig ist, dass es da, wo man wohnt, in Ordnung ist - sonst hat man keinen Halt.” Den jedenfalls hat er kurz am 1. Mai verloren, als Rechtsradikale den Zug der Demonstranten überfielen. Er hoffe sehr, dass der Anlass ausreiche, um klarzumachen welche Gefahr von Rechts ausgehe.
Die Festrede übernahm der Richter am Bundesverfassungsgericht, Prof. Dr. Udo Die Fabio. Sein Thema: „Bürgerliche Selbstverantwortung und staatliche Solidarität”........lesen Sie mehr im WAZ-Artikel vom 10.05.2009


Auch in diesem Jahr wurden die von bestehenden Gildnern vorgeschlagenen Neuaufnahmen wieder feierlich im Adlerturm zu Dortmund bestätigt.
Nach erfolgreicher Empfehlung durch Alderleut und Meisterrunde wächst die Zahl der Gildner einmal jährlich mit einem gebührenden Festakt im Adlerturm.